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Mental Health Coach

Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie ihr Gehirn gesund erhalten. Ein kleiner Ausschnitt des Basis-Wissens unserer Mental Health Coach Ausbildung.



Was glauben Sie, wer wird eine Fremdsprache besser lernen. Derjenige der bereits drei Sprachen spricht, oder derjenige, der nur eine Sprache spricht. Klar, derjenige der bereits drei Sprachen gelernt hat. Warum? Weil er sein Gehirn bereits auf das Erlernen einer Sprache trainiert hat. Es gibt schon neuronale Netzwerke für das Lernen von Sprache.

Im Gegensatz zu einer Festplatte, mit dem das Gehirn ja immer wieder verglichen wird, hat das Gehirn einen nahezu unbegrenzten Speicherplatz. Wenn eine Festplatte voll ist, passt nichts mehr rauf. Das Gehirn arbeitet aber genau umgekehrt. Je mehr Sie in Ihr Gehirn hineingeben um so mehr Platz stellt es zur Verfügung. Neuroplastizität nennt man dieses Phänomen.


Daher finde ich die Vergleiche von Computer und Gehirn auch so lächerlich. Wenn ein Computer keinen Strom mehr hat, dann war´s das mit der Verarbeitung von Informationen. Unser Gehirn arbeitet mit so wenig Strom, dass man damit noch nicht mal ein kleines Glühlämpchen zu leuchten bringen würde. Wenn es gelingen sollte, die Fähigkeiten des Gehirns in einen Computer zu packen, müssten wir mit jedem Computer auch ein Atomkraftwerk zur Stromversorgung mit dazu liefern. Also verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie nichts mehr lernen müssen, da in Zukunft Computer ihr Denken übernehmen.

Was haben Muskeln und Gehirn gemeinsam? Beide werden stärker, je häufiger man sie benutzt. If you dont use it, you will loose it. Das Gehirn wird wie sein Besitzer und die Umwelt, in der er sich bewegt. Daher der Spruch: „Wenn Du der Klügste im Raum bist, verlasse ihn.


Degernative Erkrankungen des Gehirns, wie zum Beispiel Demenz, sind auch darauf zurückzuführen, dass dieses Organ zu wenig benutzt wurde. Eine britische Studie hat 2019 3.590 Studienteilnehmer untersucht, die zu Beginn der Studie durchschnittlich 67 Jahre alt waren und zu diesem Zeitpunkt keine Demenz aufwiesen. Nach sechs Jahren wurde bei den TeilnehmerInnen festgestellt, dass der Abbau von Hirnmasse und verbalen Fähigkeiten mit der täglichen Zeit korrelierte, die sie vor dem Fernseher verbrachten.


Eine andere Studie wies nach, dass das Erlernen einer Fremdsprache, eine Demenzerkankung um 5 Jahre verzögert. De-menz bedeutet ja: „Weg vom Geist“. Die Frage ist, wie lange ist der Weg, den man zurücklegen muss. Wenn Sie Ihr regelmäßig mit neuen Informationen füttern, bauen Sie einen langen Weg.


Es gibt viele Untersuchungen von sehr alten Menschen, die noch bei vollem geistigem Bewusstsein waren, bevor sie gestorben sind. Bei der Obduktion stellte sich dann aber öfter heraus, dass ein großer Teil des Gehirns bereits geschädigt war. Es bestand, grob gesagt nur noch aus zellulärem Müll. Die Betroffenen haben nur nichts davon gemerkt. Warum nicht? Weil die neuronale Plastizität dazu führte, dass die ausgefallenen Funktionen in einem Gehirnareal von einem anderen übernommen wurde.


Es gibt Menschen, die mit einem halben Hirn gut leben und keinerlei Beeinträchtigung haben. Ich erinnere mich an den Fall eines Mädchens, dem mit drei Jahren auf Grund einer schweren Entzündung einer Gehirnhälfte, die drohte auf die andere übertragen zu werden, die kranke Hälfte des Gehirns entfernt wurde. Die Prognose war, dass sie nach der Operation zumindest halbseitig gelähmt ist, also ihr Leben im Rollstuhl verbringen wird. Man hat ihr das Sprachzentrum entfernt, also war man sicher, dass sie nie sprechen lernen wird. Da man ihr auch einen Teil des Sehzentrums entnehmen musste, würde sie zumindest auf einem Auge blind sein. Kurz gesagt, die Prognose war, dass nach der Operation ein schwerbehindertes Kind zurückbleibt.


Sechs Jahre später erinnerte man sich an diesen Fall und besuchte die Familie. Was die Ärzte dann sahen, wurde in der medizinischen Fachliteratur als Sensation bezeichnet. Das Mädchen hatte keinerlei Beeinträchtigungen, sprach zwei Sprachen fließend und war eine gute Schülerin. Sie konnte alles, was ein gesundes junges Mädchen auch konnte. Und das mit nur einem halben Gehirn.


Was sagen uns diese Beispiele? Trainieren Sie Ihr Gehirn, schaffen Sie neue Erlebnisse und damit neue neuronale Netzwerke.


Bleiben Sie neugierig und halten Sie ihr Gehirn in Bewegung.


Werner Katzengruber - Unterschrift
Werner Katzengruber - Unterschrift


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